Erinnerung ist das Geheimnis der Erlösung

Projekt ehemalige Synagoge in Rheinbischofsheim

Auf dem Gelände unseres Kindergarten-Spielplatzes befand sich bis zur Pogromnacht 1938 eine Synagoge. Wir wollen an diesen Ort des Zusammenkommens und des Gebetes erinnern. Wir wollen aussen am Kindergarten, einsehbar von der Straße, ein Schild zur Geschichte der Synagoge anbringen und im Kindergarten auf dem Boden eine Markierung anbringen, eine Art Stolperstein, ein Stern vielleicht, um Kindern und Erwachsenen den früheren Ort des Gebetes in Erinnerung zu halten.

Wir bitten in vielfacher Hinsicht um Beteiligung und Unterstützung. Wir bitten Sie auch um Fotos der Synagoge und des jüdischen Lebens am Ort. Herzlichen Dank!

Zur weiteren Information laden wir Sie ein, im Internet sich die instruktiven Seite
www.alemannia-judaica.de/rheinbischofsheim_synagoge.htm
anzusehen.

Rheinbischofsheim

Rheinbischofsheim war eines der 26 Dörfer der Grafschaft Hanau-Lichtenberg.
Graf Johann Reinhard II (1625-1666) verlegte nach dem Dreißigjährigen Krieg seine Residenz nach Rheinbischofsheim.
Die Grafen gestatteten ihren Juden offene Kramläden zu führen, sehr zum Verdruß der Straßburger Kaufmannschaft, die 1717 die Schließung der Läden forderte. Der Consiel, die französische Verwaltungsstelle des Elsaß, erließ darauf ein den Erwerb der Juden einengendes Verbot, das aber der Graf von Hanau nicht anerkannte.
Die Jüdische Gemeinde gehörte seit 1827 zum Rabbinatsbezirk Bühl.
1790 gab es in Rheinbischofsheim 9 Juden, 1825 102, 1875 155, 1900 95, 1925 69 und 1933 noch 57.
Die Synagoge wurde im 19. Jahrhundert errichtet. Bis zur Anlage des gemeinsamen Friedhofs in Freistett begrub man die verstorbenen Juden in Kuppenheim.
1899 war ein Jüdischer Krankenverein gegründet worden.
Am 17. Juni 1935 wurden die jüdischen Gemeinden Rheinbischofsheim und Freistett vereinigt.
Im Gemeinderat und in den verschiedensten Vereinen waren bis 1933 die Juden vertreten.
 Drei Söhne hatte die jüdische Gemeinde im Ersten Weltkrieg verloren.
1933 befand sich die Edelbranntweinbrennerei Liebmann und Simon Kahn in jüdischer Hand, ferner vier Textilgeschäfte, eine Eisenhandlung, eine Mehl- und Getreidehandlung sowie eine Seegarnspinnerei. Dr. Paul Kahn war Rechtsanwalt. Drei jüdische Bürger ernährten sich durch Viehhandel.
In der Kristallnacht wurde die Synagoge demoliert und die jüdischen Männer nach Dachau verbracht. Gustav Bloch starb an den folgen der dort erlittenen Mißhandlungen 1939 im Krankenhaus Offenburg.
Durch Auswanderung konnten sich bis 1940 39 Juden aus Rheinbischofsheim dem Zugriff der Gestapo entziehen. Am 22. Oktober mußten 8 jüdische Bürger den Weg nach Gurs antreten. Keiner von den nach Südfrankreich verschleppten Bürgern überlebte. Von den 5 jüdischen Einwohnern, die bis 1940 weggezogen waren, wurden 4 ebenfalls nach Gurs gebracht, während 1 vorher starb; von diesen konnte nur 1 sich nach den USA retten, wo er schon 1943 verstarb.
Die Schicksale der restlichen Juden aus Rheinbischofsheim können nicht mehr geklärt werden, da alle Unterlagen darüber im Kriege vernichtet wurden. Die ehemalige Synagoge wurde in den 50er Jahren wegen Baufälligkeit abgebrochen.  
 
Evang. Jugend Rheinbischofsheim und Klaus Erk