Nacht der offenen Kirche 2009

Mit Musik, Tanz, Farben, Lichtspielen und Gedichten von Hermann Claudius, Juan Ramon Jimenez, Jannis Ritsos, Hermann Hesse, Joseph von Eichendorff, Therese von Lisieux, Wolfgang Amadeus Mozart, Federico Garcia Lorca und Edith Stein. War auch diese Nacht der offenen Kirche wieder ein entspannendes und sinnerfüllendes Ereignis.
     
Eingangsportal
Die Kirche wurde durch ein
Himmelszelt betreten

Auch im Inneren war die Kirchein wechselnden Farben erleuchtet

Bei der Arbeit, die technische Steuerung
Die 'Macher' freuten sich über die vielen Besucher
Sogar der Handlauf wurde frisch gestrichen
Laser Lichtspiele, leider nicht sehr fotogen.
Laser Lichtspiele, die Objekte 'schwebten' frei im Raum
Lichtertanz, da konnten alle mitmachen und es machten sehr viele mit
Bei diesen Lichtverhältnissen ist es schwer gute Fotos zu machen
Nur mit Kerzen, wirkt es geradezu mystisch.
    Fotos: Pfr. V. Kubach

Nacht der offenen Kirche in Rheinbischofsheim
Pfingstsonntag, 31.05.2009, von 21:00 Uhr bis 23:00 Uhr

Geheimnisvoll strahlt eine blaue Lichterkette vom Eingangstor des „Hanauer Doms“ den Besuchern entgegen und weist ihnen den Weg ins „Paradies“, den kleinen Vorraum, dessen Tür weiter ins Kirchenschiff flankiert ist von zwei farbigen Lichtstäben. Es ist eine besondere Nacht, in der die Kirche nicht abgeschlossen und dunkel über den Ort aufragt, sondern einladend von innen leuchet: Die Nacht der offenen Kirche, die in Rheinbischofsheim einmal im Jahr stattfindet. Kirchengemeinderat Oliver Smith hat Licht und Ton für einen meditativen Aufenthalt im weiten Kirchenraum mitgebracht, und so empfängt den Besucher leise Musik, begleitet von sanften Lichtübergängen. Man setzt sich und kommt zur Ruhe, nimmt die Architektur des Kirchenschiffes in wechselnder Beleuchtung neu wahr und lässt die Gedanken fließen.
Wer möchte, kann an einem Lichtertanz teilnehmen, den  Marlies Bliß und Ulla Kleis vorbereitet haben. Brennende Teelichte in der Hand, gehen die Besucher in zwei Reihen im Mittelgang  auf den Altar zu; immer acht Schritte, dann eine Drehung, dann wieder acht Schritte, bis sich die beiden Reihen vor der Treppe teilen und nach links und rechts abschwenken, einmal die Bankreihen umrunden und wieder auf den Altar zugehen, um den sich die Tänzer im Halbkreis versammeln. Dort werden alle Lichter werden abgestellt und sind ein lebendiges Symbol für Trost und Zuversicht.
Pfarrer Kubach macht auf die besondere Symbolik der Zahl 8 („Christuszahl ´´) aufmerksam: Acht Schritte hat der Lichtertanz, acht Ecken viele Taufsteine, ebenso der Mittelbau unserer Kirche; dann leitet er über zu besonderen Worten zur Nacht von Hermann Hesse und Matthias Claudius.
Danach richtet sich der Blick wieder in den Chorraum, wo aus der Dunkelheit helle Lichtspiralen steigen, in Kreise und Linien übergehen und zu ruhiger Musik ihren ganz eigenen Tanz zeigen. Rot glüht der gemalte Teppich im Hintergrund, silbern ein Sternbild am Himmel des Chors, und über die hängenden Lampen huschen flirrende Lichtreflexe.
Weit stehen die Türen der Kirche während der ganzen Zeit offen; es ist ein zwangloses Gehen und Kommen der Besucher.
Nach einem zweiten Lichtertanz mit Marlies Bliß und Ulla Kleis bringt Pfarrer Kubach Beispiele dafür, wie unterschiedlich einzelne Dichter die Nacht sehen:  „Gute Nacht – Bona nox“ von Mozart, „Der Mond kommt“ des Spaniers G. Lorca und “Nächtlich“ von dem griechischen Dichter Yannis Rizos. Nach einer Pause mit meditativer Musik trägt er zum Abschluss Worte zu Nacht und Dunkelheit von den Mystikerinnen Edith Stein und Therese von Lisieux vor.
Mit „Dieser Weg“ von Xavier Naidoo werden die Besucher dann in die Nacht entlassen, erfüllt von Worten, Licht und Klängen.

Barbara Helfer