Trägerverein soll sich ums »Bischemer« Gemeindehaus kümmern

Die evangelische Kirchengemeinde Rheinbischofsheim traf sich am Sonntag zur Gemeindeversammlung. Dabei ging es vor allem über die Zukunft des Gemeindehauses. Wenig Erfreuliches gab es zudem zum Zustand der Kirchenorgel zu hören.

 Bereits bei der jüngsten Versammlung im Februar 2017 hatte Pfarrer Martin Grab über die Gebäudestrukturanalyse sowie den dringenden Rat der Kirchenleitung, das Gemeindehaus nicht weiter zu nutzen, berichtet. »Eine Weiternutzung stand an letzter Stelle aller denkbaren Optionen«, erinnerte Grab. Danach ging es sehr lebhaft zu und das Votum der Gemeindemitglieder war, dass das Gemeindehaus erhalten bleiben müsse. Im Laufe des Jahres kam die Idee auf, das Gemeindehaus kostenlos mit allen Rechten und Pflichten an einen Trägerverein zu übertragen, die kirchenrechtlich geprüft wurde. Am 11. Dezember 2017 gab es einen runden Tisch mit Vertretern der Pflege Schönau, auf deren Grundstück das Gemeindehaus steht, der Prokiba (Landeskirchliche Baugesellschaft) und des evangelischen Oberkirchenrates. 

»Nichts überstürzen« 

Aufgabe des Trägervereins sei es, das Gemeindehaus zu erhalten und unterhalten. Der erste Schritt sei ein Treffen mit »Freunden des Gemeindehauses« zur Diskussion und späteren Konstituierung eines Trägervereins. Der zweite Schritt sei, einen Übergabevertrag zu entwerfen sowie im dritten Schritt die Übertragung des Gemeindehauses. »Dafür können wir uns die benötigte Zeit lassen, wir müssen nichts überstürzten«, betonte Grab. Die Finanzierung speise sich aus sieben Töpfen: Fördervereinsbeiträge, Einnahmen aus Vermietungen (2017: 1350 Euro) und der »Kaffeezitt« (2017: 2340 Euro), Spenden, Mieten von der Kirchengemeinde (5000 Euro/Jahr), Vermietung an die Stadt für den Kinderhort (rund 230 Euro/Monat) sowie die aus zweckgebundenen Spenden gebildeten Rücklagen von 66 836 Euro als Anschubfinanzierung. »Das Gemeindehaus kann weiter bestehen, wir haben es in der Hand«, hob Grab hervor. Man müsste sich allerdings im Klaren sein, dass man sehr viel an Hoheit über das Haus an den Verein abgebe, machte Versammlungsleiter Christian Faschon deutlich. 

Kostenrechnung erstellt

Ortsvorsteher Robert Reifschneider fand die Idee trotz der vielen Fragezeichen gut. Im schlimmsten fall seien 16 000 bis 18 000 Euro zu schultern, man rechne aber mit 7000 bis 10 000 Euro. »Wir würden das nie ungeprüft vorschlagen«, machte Grab deutlich. Alle auftretenden Bedenken sollen beim nächsten Treffen auf den Tisch kommen. 

Hintergrund

Orgelsanierung ist neues Projekt

Ein Orgelsachverständiger des Evangelischen Oberkirchenrates (EOK) habe der Gemeinde einen erschreckenden Bericht über den Zustand der Orgel zukommen lassen: Obwohl sie regelmäßig gewartet wurde, müssten die Kosten dafür in den nächsten Jahren eingeplant werden. Das teilten die Kirchengemeinderätinnen Helga Hemler und Renate Kimmer-Hurst mit. 

Mit den Gemeindefinanzen sei man auf einem guten Weg, der Abschluss des Haushaltsjahres 2016 habe ein erfreuliches Ergebnis ergeben. 

Die Renovierung des Kirchturms laufe. Das Fundraising-Projekt dazu habe nicht den erhofften Erfolg gebracht. Oliver Smith und Klaus Erk beendeten ihre Mitgliedschaft im Kirchengemeinderat, neu begrüßt wurde Manuela Dietrich. Der Kinderchor musste wegen zu weniger Kinder eingestellt werden.

em

 

Quelle: Baden-Online, Ellen Matzat