Liebe Gemeinde, ganz besonders: liebe Tauffamilien,

noch fünf Wochen, dann wird hier, in dieser schönen Kapelle, ein ebenso schöner Adventskranz stehen. Ich weiß, dass dies noch eine ganze Weile hin ist – und trotzdem will ich heute schon

 vier Kerzen anzünden.

Nicht vier Adventskerzen, sondern vier Kerzen zur Taufe – jede der Kerzen steht für einen guten Gedanken, den uns die Taufsprüche von Hilda und Julietta mitgeben wollen.

Ich beginne bei Hildas Taufspruch: „Nun aber bleiben Glaube, Liebe, Hoffnung, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

Da wird also zunächst erzählt vom Glauben. (Die erste Kerze wird entzündet.) Manchmal werden wir, die wir an Jesus Christus glauben, für nicht ganz voll genommen, manchmal sogar ausgelacht. „Wie kann man heute noch so was glauben?“ heißt es dann. Dabei ist Glaube viel mehr als „Für-wahr-Halten“. An Gott glauben, das ist nicht eine Fähigkeit, die wir uns halt einmal zulegen, falls wir dazu Lust haben. Glaube ist etwas, das uns geschenkt wird von Gott; etwas, das uns Kraft gibt, diese Welt zum Guten zu verändern; etwas, das uns Mut macht, für eine Welt zu kämpfen, die sich nach Jesu Weisungen richtet; und etwas, das uns Trost gibt, wenn uns Menschen oder Ereignisse niederdrücken.

Als zweites erzählt Hildas Taufspruch von der Hoffnung. (Die zweite Kerze wird entzündet.) Hoffnung, die könnten wir manchmal verlieren angesichts von Rückschlägen oder Sorgen in unserem eigenen Leben und angesichts von Katastrophen auf der ganzen Welt. Und so gibt es genügend Schwarzseher. Aber diese Erde und ihre Menschen brauchen uns Christen und unsere Hoffnung darauf, dass es eine Zukunft geben wird, in der Gott selbst das Heft in die Hand nehmen und uns alle in seine gute, neue Welt bringen wird.

Und so, wie wir nicht ohne Hoffnung leben können, könnten wir es auch ohne die Liebe nicht. (Die dritte Kerze wird entzündet.) „Die Liebe ist die größte unter ihnen“, sagt Hildas Taufspruch. Die Kinder, die mit uns diesen Gottesdienst feiern – durch die Liebe zweier Menschen sind sie ins Leben gerufen worden, und so sind und bleiben sie lebendige Zeugnisse der Liebe, so wie wir alle hier! Und diesen Kindern wird das gleiche gesagt wie uns bei unserer Taufe: Gott liebt dich, wie eine Mutter und ein Vater ihre Kinder lieben. Und Gottes Liebe wird nie aufhören, sondern dauert bis in alle Ewigkeit.

Eine Kerze habe ich noch, die ist für Juliettas Taufspruch: „Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“ (Die vierte Kerze wird entzündet.)

Was für ein Versprechen: Wir dürfen unsere Wege gehen und wissen, wir sind beschützt und behütet. Unsere Kinder gehen Wege – und sie müssen sie nicht alleine gehen, sondern werden begleitet – von Engeln. Und wisst ihr, wer diese Engel sind? Ihr, liebe Eltern und Paten, liebe Großeltern und Tanten und Onkels. Euch braucht Gott. Gott kann euch gut brauchen. Ihr dürft für die Kinder da sein und sie behüten, so wie Gott es versprochen hat – als Engel, als Boten der Liebe Gottes. Und genauso wir anderen alle: Wir dürfen und wir sollen einander zu Engeln werden, füreinander da sein, aufeinander achten, und niemand muss allein bleiben.

So bringen Glaube, Hoffnung, Liebe und wir Engel wie diese Kerzen Licht in diese Welt. Und Gott gibt uns seinen Segen, dass dieses Licht nicht aufhören wird zu leuchten.

Amen.