Liebe Gemeindeglieder,

unsere Kirchengemeinde hat 2017 ein besseres Jahr als im Vorjahr erlebt.

Zwar gab es einige Störmanöver, überwiegend von außen; zwar wurde unser Pfarrhaus von einem Einbruch heimgesucht; zwar steht die aufwändige Kirchturm-Sanierung an. - Aber all das

sind nur Wolken an einem mittlerweile recht aufgeheiterten Himmel, der sich über unserer Kirchengemeinde spannt. Es gab 2017 so viel Licht und Freude in unserem Gemeindeleben:

- Die Reformationsfeierlichkeiten haben uns denkwürdige Festveranstaltungen beschert – darunter das großartige Kirchenkonzert im Juli mit acht Chören; unvergessen auch der Reformationsgottesdienst, an dem spürbar wurde, dass die Spaltung der Christenheit - zumindest im Hanauerland - überwunden ist.

- Unser Gemeindeleben ist intakt. Von den Einjährigen im Kindergarten bis zu den 90-Jährigen im Frauenkreis – wer wirklich daran interessiert ist, wird hier für sich Veranstaltungen finden. Und es gilt überall der Satz: „Wo Kirche draufsteht, ist auch Kirche drin.“

- Dankbar bin ich allen Mitarbeitenden. In jedem Jahr kommen neue dazu – und dass Ehrenamtliche manchmal ihre Mitarbeit beenden, gehört zur Natur der Sache. Im KGR haben wir beides erlebt: Es gab zwei Ausscheidende, doch mit Manuela Dietrich hat ein weiteres Gemeindeglied Leitungsverantwortung übernommen. Dir, Manu, und euch anderen Kirchengemeinderäten: von Herzen Dank für das, was ihr in diesem Jahr alles bewegt habt; und ein wörtlich gemeintes „Gott sei Dank“ für die Offenheit und Ehrlichkeit, die in unser Gremium eingezogen ist. Ich danke auch den mehr als 60 anderen Mitarbeitenden – ohne deren Engagement, das vielfach im Stillen geschieht, würde unserer Kirchengemeinde etwas Wesentliches fehlen.

- Spannend wird die Sache mit der Zukunft unseres Gemeindehauses. Bei der Gemeindeversammlung im Februar waren einige große, laute Töne zu hören, die uns keinen Deut weitergebracht haben. Aber mittlerweile haben wir im KGR eine Idee entwickelt, für die wir grünes Licht von der Kirchenleitung bekommen haben – in der GV am 11. März werden wir das dann konkretisieren – und gerade die Gemeindeglieder, die sich im Frühjahr so sehr für die Erhaltung des Gdehauses stark gemacht haben, können dann unter Beweis stellen, wie ernst es ihnen mit ihrem Anliegen ist.

Ich schaue zuversichtlich auf unser Gemeindeleben im Jahr 2018. Diese Zuversicht atmet auch das Lied, aus dem wir jetzt drei Strophen singen: „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“.

(Lied: „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“)

Die Jahreslosung für 2017 hieß: „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

Es sind ganz unterschiedliche Geister, die in dem zu Ende gehenden Jahr unsere Gesellschaft geprägt haben. Einige schlimme Ungeister waren dabei: der Ungeist der Fremdenfeindlichkeit, der sich in einem beschämenden Wahlergebnis der AFD manifestierte; der Ungeist der Gewalt, sichtbar beim G20-Gipfel in Hamburg und bei vielen erschreckenden Gewaltverbrechen; und nicht zuletzt zeigt sich ein Ungeist immer wieder bei dem  Grundproblem in unserer Gesellschaft und weltweit, das einer der glaubwürdigsten Politiker, nämlich der in diesem Jahr leider verstorbene Politiker Heiner Geißler, umrissen hat mit den Worten: "Es gibt auf der Erde Geld wie Dreck - es haben nur die Falschen".

Es gibt nicht nur Ungeister, Gott sei es gedankt. Es lassen sich auch Menschen leiten von Gottes Geistesgaben, und die zeigen sich in Verantwortungsbewusstsein, in Sozialverhalten, in Zivilcourage und in Engagement für Andere.

„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ Das haben wir doch hoffentlich auch in unserem eigenen Leben verspürt in diesem Jahr? Etwa in den Momenten, in denen wir den Mut hatten, zu seinen Überzeugungen zu stehen und sogar gegen den Strom zu schwimmen; oder wenn uns am Morgen nach einem schweren Tag Gott wieder neue Kraft zum Aufstehen geschenkt hat; oder wenn wir tage-, wochenlang uns vergeblich über einem Problem das Hirn zermartert hatten – und es uns dann ganz plötzlich wie Schuppen von den Augen fiel, weil Gott uns Gott den Weiterweg gezeigt hat: all dies sind Momente, in denen Gott sein Versprechen wahr gemacht hat: „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

Und Gott wird uns weiterhin geben, was wir brauchen, davon kündet auch die neue Jahreslosung aus der Offenbarung, die ich am Ausgang verteilen werde. Sie heißt: >>Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“<<

So schließen wir das alte Jahr ab und öffnen uns dem neuen Jahr mit Zuversicht und Gottvertrauen.

Amen.