Liebe Gemeinde,

 

gerade haben wir gesungen: „Alle sind wir angenommen, wie wir hier versammelt sind: froh und traurig, stark und schwach, matt im Glauben oder wach.“

Und das stimmt wohl auch, es gibt unter uns wohl tatsächlich

Frohe und Traurige, Starke und Schwache, Glaubensstarke und Skeptiker.

Eine Gruppe ganz unterschiedlicher Menschen, denen es ganz unterschiedlich geht, sind wir heute Abend, so wie es auch die Jünger Jesu waren.

Ich denke, in jedem und jeder von uns steckt ein wenig von all diesen unterschiedlichen Jüngern:

Manchmal sind wir wie Judas, der Jesus verraten hat.

Manchmal sind wir schläfrig und träge wie die Jünger, die im Garten Gethsemane mit Jesus wachen sollten.

Manchmal sind wir feige wie Petrus und verleugnen Jesu, anstatt uns mutig zu ihm zu bekennen.

Und obwohl wir das so oft sind – verräterisch, träge und feige – lädt Jesus Christus auch uns ein zu Brot und Wein.

Nun gibt es aber auch Zeiten in unserem Leben, da geht es uns ähnlich wie Jesus: da werden WIR verraten und verkauft, da fühlen WIR uns ausgeliefert und ohnmächtig, sind einsam und verlassen.

Jesus gibt uns den Mut, diese Momente auszuhalten. Er stärkt uns und schenkt uns im Abendmahl die Kraft, Unbequemes auszuhalten, am Bekenntnis zu Jesus festzuhalten und für den Mitmenschen da zu sein. Und wo wir diese neue Kraft spüren, ist es uns manchmal so, als berühren sich Himmel und Erde.

Amen.