Liebe Gemeinde, und ganz besonders: liebe Tauffamilien,

etwa 1300 Seiten hat die Bibel. Aber die Taufsprüche, die Sie sich – unabhängig voneinander - ausgesucht haben,

stehen auf ein und derselben Seite der Bibel. Wir finden sie im Buch Josua im ersten Kapitel. Zwei wunderbare Taufsprüche sind das, ganz wichtige Worte, denn sie haben ganz viel zu tun mit unseren Kindern – auch mit euch Jugendlichen, auch mit uns Erwachsenen.

Ich beginne mit Jules Taufspruch: „Sei mutig und stark! Fürchte dich also nicht und hab keine Angst; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du tun wirst!“

„Sei mutig und hab keine Angst!“ Für Kinder ist das so wichtig! Auch auf diese beiden Babys werden bald die ersten Situationen zukommen, bei denen sie Mut brauchen, vor allem dann, wenn Neues kommt: der Kindergarten, später die Schule, dann ein Schulwechsel. Ich wünsche allen von uns Eltern, dass wir unsere Kinder so erziehen können – dass sie mutig sind und Ängste überwinden können.

„Sei mutig und hab keine Angst!“ Auch ihr Konfirmanden braucht das. Irgendwann wird die Schulzeit vorbei sein, die Clique ändert sich, Ausbildung oder Studium kommt dann auf euch zu – und dann wohl auch irgendwann der Auszug von daheim. Da kommt dann so viel Neues auf euch zu, da braucht‘s auch Mut.

„Sei mutig und hab keine Angst!“ Ein Satz auch für uns Erwachsene: Ob es die neue Arbeitsstelle ist oder eine neue Lebenssituation, ob es Trennungen sind oder Scheitern im Beruf, ob es der Verlust von Menschen oder die angegriffene eigene Gesundheit ist – auch wir gestandene Erwachsene brauchen diesen Mut, immer wieder.

„Sei mutig und hab keine Angst!“ Das ist manchmal schwer, daher sagt der Bibelvers, warum wir mutig und ohne Angst leben dürfen: „Der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du tun wirst!“

Wie gut tut es, dass wir das einander immer wieder sagen können! Gott ist mit uns, jeden Tag aufs Neue, nicht eine Sekunde lässt Gott uns alleine.

Deshalb hat Gott uns auch – mit Neles Taufspruch – versprochen, dass uns nichts passieren kann: „Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.“

„Ich lasse dich nicht fallen!“ - welch eine wunderbare Verheißung ist das am Beginn eines Lebensweges! Ich lasse dich nicht fallen - Eure Kinder, liebe Eltern, machen diese Erfahrung Tag für Tag, vom ersten Tag ihres Lebens an. Sie erleben, dass sie getragen und gehalten werden. Und das gibt ihnen die Sicherheit, die sie brauchen, um im Leben gut durchzukommen.

Größere Kinder – so wie Charlotte, Lena und Tine – die können selbst laufen, und doch tut es so unendlich gut, immer wieder mal von der Mama oder dem Papa getragen zu werden, zu erleben: Hier bin ich sicher, und keine Macht der Welt kann mir etwas anhaben.

Uns Ältere brauchen das nicht mehr – zumindest nach außen. Und doch erleben wir alle Situationen, in denen etwas uns den Boden unter den Füßen wegzieht – und wir fallen und fallen. Wohl uns, dass es da dieses Netz gibt, das uns auffängt; ein Netz, das auch unter unser Leben gespannt wurde und von dem am Tag unserer Taufe erzählt wurde; das Netz, das uns bis heute die Gewissheit gibt: „Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand“.

Alle miteinander brauchen wir es, und weil es dieses Netz gibt, können wir mutig und ohne Angst durch unser Leben gehen.  Die Taufe zweier kleiner Mädchen hat uns heute erneut daran erinnert.

So lasst uns dies mit Worten und Taten weitersagen. Lasst uns immer wieder Menschen ermutigen. Gebe Gott seinen Segen dazu, damit die gute Nachricht sich immer weiter verbreitet, wie ein Stein, der ins Wasser fällt und immer weitere Kreise zieht.

Amen.