Gedanken zur Kirchengemeinde und Gesellschaft 2018

Unsere Kirchengemeinde hat ein gutes Jahr hinter sich:

Die Zahl der Menschen in unseren Gemeindegruppen ist ebenso gestiegen wie die Zahl derer, die unserer Gemeinde Zeit schenken und an vielen Stellen im Gemeindeleben mitarbeiten. Gottesdienste haben wir in einer Vielfalt gefeiert, die mehr Menschen zu schätzen wussten als in den Jahren zuvor.

Bei den äußeren Voraussetzungen für unser Gemeindeleben sind wichtige Entscheidungen gefällt worden. Im Blick auf die Zukunft des Gemeindehauses habe ich hier an dieser Stelle vor einem Jahr gesagt: „Spannend wird die Sache mit der Zukunft unseres Gemeindehauses.“ Es war wirklich ein spannender und langer Entscheidungsprozess, an dem sich unterm Strich gut 50 Menschen beteiligt haben. Und heute darf ich sagen, die Zukunft unseres Gemeindehauses ist für die nächsten Jahre gesichert, der KGR freut sich über die Unterstützung seitens eines nun schon 26 Personen umfassenden Förderkreises!

Wir haben auch eine Kirchturmsanierung vor uns, die wir nicht umgehen können. Aber bei einer Besprechung im EOK haben wir sehr deutlich gemacht, dass wir bei dieser großen Kirche mehr erwarten als eine 50%-Unterstützung bei den Baukosten. Um das zu unterstreichen, haben wir es zunächst auch abgelehnt, den uns vorgegebenen Bauantrag zu unterschreiben.

Es geht voran. Und es wird gut. Vor allem, wenn wir nicht außer Acht lassen, dass allein Gott der Herr der Kirche ist. Und er wird das Schiff Gemeinde mit Sicherheit nicht untergehen lassen. 

Schauen wir auf unsere Gesellschaft im zu Ende gehenden Jahr.

Die Jahreslosung für 2018 hieß: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“

Durst und Hitze haben 2018 eine große Rolle gespielt – monatelang fast nur Sonne und Wärme: eine Wohltat für Sonnenanbeter, eine Katastrophe für unsere Landwirte und für die Natur.

„Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Natürlich geht es da nicht um unseren körperlichen Durst.  Hier kommt etwas Anderes in den Blick, ein Durst, den Menschen zu allen Zeiten gespürt haben: den Durst nach Sinn ihres Lebens. Aber gerade in unserer Zeit wird dieser Durst zurückgedrängt von einer erschreckenden Oberflächlichkeit, die sich in unseren westlichen Wohlstandsgesellschaften ausgebreitet hat wie eine Seuche.

In einer Zeit, in der viele Menschen mehr haben, als sie brauchen; in einer Zeit, in der nur noch zählt, was Spaß macht, haben es andere Werte schwer. Wir sind in der Gefahr, eine wert-lose Gesellschaft zu werden; genauer gesagt: eine Gesellschaft, in der es keine Werte mehr gibt, die von allen akzeptiert werden.

An dieser Stelle hat unsere Kirche eine wichtige Aufgabe: eine Alternative aufzuzeigen, in der eben nicht die Oberflächlichkeit regiert, sondern sich alles nach den Worten Jesu ausrichtet.

Manche nennen das welt-fremd – es gibt kein größeres Kompliment für eine Kirche als welt-fremd zu sein. Anders eben. Nicht so, wie es Menschen wollen, sondern wie es Gott wollte. Nicht jeder Mode hinterher hechelnd. Denn eine Kirche, die nach allen Seiten offen ist, kann nicht mehr ganz dicht sein.

Gott lädt uns ein, ihm zu folgen und nicht den kurzatmigen Moden dieser Zeit. So schließen wir das alte Jahr ab und öffnen uns dem neuen Jahr mit Zuversicht und Gottvertrauen.

Amen.